Susanne unterwegs …
… in der Welt

Susanne unterwegs …

Fürchtet euch nicht!

Juni 20th, 2010 . by Susanne

Ein Plädoyer dafür, keine Angst vor Chilenen zu haben.

Es ist Donnerstag, und es ist 23 Uhr. Der Himmel über Arica ist längst dunkel, leise ruht das Rauschen des Pazifiks über der Stadt im Norden Chiles. Arica liegt ganz nahe an Peru, ganz nahe an Bolivien und damit mehr als mitten in Lateinamerika. Wie die meisten Einwohner der Stadt habe auch ich mich in meiner Wohnung verschanzt. Um diese Uhrzeit trennen einen chilenischen Haushalt dicke Vorhänge, Blechmauern und Eisengitter von der Außenwelt, der Welt auf der Straße.

Ich sitze und grüble nach über diesen Kontinent, der so anders ist als Europa, als es plötzlich an der Tür klopft. Ich erwarte niemanden, und ich bin ganz alleine hier. Ich öffne nicht. Natuerlich nicht, schließlich bin ich hier in einem Schwellenland. Wer weiß, wer da um Einlass bittet – eine Bande von Straßenräubern? Kinder, die Geld verlangen? Zigeuner, die um Zigaretten betteln? Diese Haustür ist meine einzige Sicherheit. Öffne ich sie, öffne ich mich der Welt auf der Strasse. Es klopft wieder. Ich bediene mich meiner rudimentären Spanischkenntnisse und frage: “¿Quién es?” – “Wer ist da?” Die Antwort folgt prompt in einem Schwall schneller, spanischer Worte. Ich verstehe nichts. Nein, ich werde diese Tür nicht aufmachen! Aber es klopft erneut.

Irgendwas an ihm komt mir bekannt vor.

Die Welt da draußen laesst nicht locker. Ich öffne mich ihr vorsichtig ein Stück weit und gehe auf den Balkon, von dem aus ich das Treppenhaus im Blick habe. Hier bin ich sicher, denn immerhin trennt mich noch ein Eisengitter vom penetranten Klopfer. Auf mein Rufen erscheint der Eindringling in meinem Blickfeld – irgendwas an ihm kommt mir bekannt vor. Ja, ganz eindeutig: Was dieser Mann in der Hand hält, ist mein Handtuch.

Er stellt sich mir als mein Nachbar von unten vor. Er redet vom starken Wind an diesem Nachmittag und von meiner Wäsche, die es von meinem Balkon auf seinen Balkon geweht hat. Er lächelt und erzählt, dass er an diesem Haus mitgearbeitet hat. Er sei Fliesenleger, sagt er. Er gibt sich die größte Mühe mit mir, spricht abwechselnd Spanisch und Englisch, damit ich ihn verstehe. Er gibt mir das Handtuch und als ich mich uberschwänglich bedanke, winkt er ab. Sei doch selbstverständlich. Und verschwindet nach unten. Mit einem Lächeln kehre ich zurück in meine Wohnung. Ein Lächeln, das mir mein Nachbar auf die Lippen gezaubert hat. Ein Lächeln, das ich der Außenwelt verdanke, der Welt auf der Straße. Die bei weitem nicht so gefährlich ist, als dass man sich vor ihr fürchten müsste.

(c) Susanne Schödl

Worauf es beim Schreiben ankommt – ein Tipp vom Profi

Mai 28th, 2010 . by Susanne

Neinnein, der Profi bin nicht ich. Sondern ein wirklicher Profi, nämlich Zeit-Kolumnis Harald Martenstein. Schreiben hat ihm zufolge etwas mit Pfählen im Herzen von Chefs und Äxten auf deren zugefrorenen Meer zu tun. Sehr lesenswert deswegen: “Harald Martenstein beschreibt, in welcher Verfassung er den geilsten Text seines Lebens schrieb“.

Kittens do sell better…

Mai 10th, 2010 . by Susanne

with helium.

Mit Gekonntheit zu 950 Euro im Monat

Mai 10th, 2010 . by Susanne

Nein, meine Damen und Herren, das ist kein unseriöses Abgebot. Mich erreichte eine E-Mail mit dem Betreff “Dienst”, die unser aller Zukunft verändern wird. Ob als Kurier oder Manager, du brauchst nur ein bisschen Gekonntheit und PC-Kenntnisse, und schon verdienst du schwuppdiwupp sage und schreibe 950 Euro pro Monat! Und on top 2 Wochen Urlaub pro Jahr! Warte, lass mich nachrechenen, das sind 10 Tage! Hier kommt das Angebot. (Die Bewerbungs-Mail-Adresse habe ich natürlich gelöscht. Ich muss schließlich selbst sehen, wo ich bleibe.)

“Sehr geehrte Damen und Herren. Ich, A. B. (Name ist der Redaktion bekannt), nehme die Interessen der Company C. D. (Name von der Redaktion geändert).

Unsere Gesellschaft verkauft die elektronischen Geraten in GUS-Staaten. Wir kaufen die Elektrogerate in den EU-Staaten und verbreiten unter unserer Ladensnetz in GUS.
Viele fragen uns: warum kauft unsere Gesellschaft die Gerate in der EU und verkauft sie in GUS-Staaten. Die Antwort ist einfach: erstens, er ist fur uns wichtig, die hochwertigen Waren zu verkaufen, und zweitens, die EU Produktion ist auch billiger als die in GUS-Staaten. So, es gibt eine Reihe der Vorteile, die Waren aus Europa in GUS Staaten zu verkaufen. Wir arbeiten seit dem Jahre 2005 und haben die gute geschaftliche Reputation einer Lieferanten der elektronischen Haus- und das Burotechnik.

WIr haben eine Reihe der freien Vakanzen:

-Kurier
-Manager (Berufserfahrung 5 Jahre)

Die Anforderungen:

- Alter mehr als 18 Jahre
- erfahrener PC-Nutzer
- ein standiger Internetzugriff
- Ausbildung
- Gekonntheit

Ihre Aufgaben:

- Schutzprogramm
- Frachbeforderung

Privilegien:
- Gehalz 950 Euro
- Support im Netz
- flexibler Arbeitsplan
- zwei Wochen des von unserer Gesellschaft zu bezahlenden Urlaubs pro Jahr

Verlieren Sie Ihre Chance nicht!

EIne Arbeit, die nur in EU aktuell ist.

Wie kann ich mich fur eine Stelle bewerben.

Meine Arbeit besteht darin, dass ich die Kunden fur die Gesellschaft suche.

Senden Sie bitte Ihre Bewerbugen uns per E-Mail: XXX@xxx.com
und zwar an unsere Kaderleitung”

Ist Ihr Mann nicht einfühlsam genug?

Mai 10th, 2010 . by Susanne

Macht nix, da gibt’s ein Nasenspray dagegen: “Britische Wissenschaftler haben Männer mit dem Hormon Oxytocin sensibler gemacht. Gesunde Probanden waren nach Sprühen des Hormons so einfühlsam wie Frauen. Auch Gesichter konnten sie sich auf einmal besser merken”, sagt der Spiegel. Das sind doch mal gute Nachrichten.

Fruchssafttechniker sucht Frau

April 28th, 2010 . by Susanne

Heiko Hübner ist Fruchtsafttechniker. Und auf Frauensuche. In Russland. Süddeutsche TV hat ihn begleitet, heraus kamen (bislang) zwei Teile einer Reportage, die wunderbar helfen, die Zeit bis zur nächsten Staffel “Bauer sucht Frau” zu überbrücken. Momentan steht Teil zwei online zum Ansehen zur Verfügung, Teil eins wurde schon wieder vom Netz genommen. Also: schnell anschauen! [Ist leider jetzt auch schon wieder offline]

12 Gründe, warum man seinen Blog nicht für Twitter aufgeben sollte

April 28th, 2010 . by Susanne

Passend zu meinem Eintrag vom 27. Februar, in dem ich mich gefragt habe, ob Social Networks Blogs verdrängen werden, ist mir jetzt dieser Artikel in die Hände gefallen: “12 Gründe, wieso man bloggen sollte anstatt zu twittern“.

Und schon frage ich mich wieder: Hätte ich diese Information nicht genauso gut in 140 Zeichen weitergeben können?

Hörtipp: Gastrosophie

März 17th, 2010 . by Susanne

Gestern Abend habe ich Bayern 2 gehört und einen Essay vorgelesen bekommen, der meiner Meinung nach Seinesgleichen sucht. Wer sich für Sprache interessiert, sollte sich den Podcast davon nicht entgehen lassen: Thomas Loibl liest aus Daniele Dell’Aglis “Gastrosophie: Alles Käse? Eh Wurscht!” [Achtung: MP3]. Mir hat das bestätigt: Es ist sehr erfrischend, mal über den eigenen Tellerrand zu blicken.

Wer-kopiert-wen.de

März 10th, 2010 . by Susanne

“Das Social Network Facebook soll im April eine neue Funktion starten, mit deren Hilfe die Nutzer ihre Facebook-Freunde auch geografisch verorten können. Dazu würden die Status-Updates mit Geo-Tags versehen.” Das habe ich heute auf internetworld.de gelesen. Ähm: Google Latitude… Geotags bei Twitter… Wer kopiert hier eigentlich wen? Ichverstehe nicht, was es nicht bringt, sich aneinander anzugleichen. Bei einem Überangebot gleicher Anbieter wäre Differenzierung doch die geschicktere Strategie, um der Marktbereinigung nicht irgendwann zum Opfer zu fallen. Oder?

Carmen 85

März 8th, 2010 . by Susanne

Odi et amo. Quare id faciam fortasse requiris.
Nescio, sed fieri sentio et excrucior.
Catull (1. Jhdt. v. Chr.)

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